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Topinformationen

Wintersemester 2021/2022

Vortragsreihe zu "Tod, Erinnerung und Identität"

Auch in diesem Semester konnten wir führende Forscherinnen und Forscher gewinnen, die uns neueste Einblicke in das Themenfeld rund um den Tod gewähren.

Petrus und Paulus auf der Via Appia: Neue Überlegungen zur Verehrung der Apostel in Rom

18.11.2021 • 16:30 (nicht 16:15!) – 18:00

Prof. Barbara Borg (Exeter)

Die Vortragsreihe beginnt mit Barbara Borg, einer ausgewiesenen Spezialistin zur römischen Begräbniskultur. In ihrem Vortrag wird sie ihre bisherigen Beobachtungen, die sie kürzlich in ihrer Monographie Roman Tombs and the Art of Commemoration (Cambridge 2019) veröffentlichte, um die christliche Apostelverehrung erweitern und so neue Perspektiven auf unser Verständnis von römischer Begräbniskultur und ihrer Transformation ermöglichen.

Unvergessliche Gefühle

14.12.2021 • 18:15 – 19:45

Prof. Angelos Chaniotis (Princeton)

Emotionen sind spontane Reaktionen auf externe Stimuli. Trotz ihres meist temporären Charakters, werden starke emotionale Reaktionen nicht vergessen. Welche Rolle spielt die Erinnerung an vergangene individuelle oder kollektive Gefühle? Wie wird diese Erinnerung aktualisiert und instrumentalisiert? Anhand ausgewählter Texte – vor allem epigraphischer Texte aus Griechenland und dem römischen Osten – wird der weltweit renommierte Experte zur Emotionsgeschichte Angelos Chaniotis die Bedeutung vergegenwärtigter Gefühle als Überzeugungsmittel und als Stifter von ,,Gefühlsgemeinschaft“ (emotional community) untersucht.

Die Gefallenenrede des Perikles, das Ritual der Gefallenenbestattung und der Charakter der Athener Polisgemeinschaft

20.01.2022 • 16:15 – 17:45

Dr. Alexandra Eckert  (Göttingen)

In der althistorischen Forschung gilt die Gefallenenrede des Perikles als wichtige Quelle für die Bürgeridentität in der athenischen Demokratie des 5. Jh.s v. Chr., auch wenn Stilisierungen durch Thukydides nicht auszuschließen sind. Mit archäologischen und epigraphischen Zeugnissen zum Kontext der Rede sowie zum Ritual der öffentlichen Gefallenenbestattung eröffnet Alexandra Eckert eine Perspektive auf den Charakter der Athener Polisgemeinschaft, die bisher in Forschungen zur Gefallenenrede wenig Beachtung fand: die Teilhabe von Personengruppen an der Polis jenseits der citizen community.

 

Sommersemester 2021

Vortragsreihe zu "Macht, Gewalt und Geschlecht"

Die Vortragsreihe dieses Sommersemesters widmet sich den Forschungsschwerpunkten der Professur. Eingeladene Gäste bieten Einblicke in Ihre jüngsten Forschungen zu den Themen Macht, Gewalt und Geschlecht.

Die Grenzen von Machtkonzepten: Warum sich mit Bourdieu keine politische Soziologie der Antike machen lässt

22. April 2021 16:15 – 17:45 Uhr

Prof. Dr. Egon Flaig

Im Rahmen der Vortragsreihe des Sommersemesters 2021 zum Thema "Macht, Gewalt und Geschlecht" freut sich die Professur für Alte Geschichte, dass sie mit Prof. Dr. Egon Flaig den Spezialisten für Machtfragen im Altertum für den Auftakt der Vortragsreihe gewinnen konnte. Egon Flaig war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2014 Professor an der Universität Rostock. Im Fachgebiet hat er sich durch seine methodischen Ansätze, die er auf die soziologischen Theorien insbesondere Pierre Bourdieus und Max Webers stützt, national wie international einen herausragenden Namen gemacht.

Politische Morde im Hellenismus

20. Mai 2021 16:15 – 17:45 Uhr

Dr. Anja Busch

Anja Buschs Vortrag zur Gewalt an hellenistischen Höfen geht der Frage nach, ob weibliche Initiatoren von Mordanschlägen bzw. faktische Mörderinnen in den literarischen Quellen der hellenistischen Zeit anders behandelt werden als männliche. Indem sie die Geschlechtszuschreibungen der Autoren vom weiblichen Handeln absetzt und ein gemeinsames, klassenspezifisches Handlungsfeld entwirft, vermag sie, die pragmatischen Überlegungen zu tödlicher Gewalt von Frauen und Männern in den Vordergrund zu stellen - Überlegungen, deren Umsetzungen Mustern folgen, die sich eher klassen- als geschlechtsspezifisch konstituieren.

Violent Histories: Women and Urban Unrest in Late Antique Historiography

17. Juni 2021 16:15 – 17:45 Uhr

Dr. Ulriika Vihervalli

This paper examines the role of women in late antique urban unrest - in particular it takes a discursive approach, analysing how contemporary historians depicted a woman's place on occasions of civic violence. On the surface, women are in victimised positions: beaten, sexually abused, and killed. While these depictions are strengthening much older topoi set in particular by Livy and Tacitus, the paper argues that the late antique context exacerbated female-targeted violence, which Christian writers often sought to disguise.

Wintersemester 2019/20

Vortragsreihe zu "Macht und Geschlecht"

Dieses Semester gilt es, der Frage nachzugehen, auf welche Weise Macht und Geschlecht in antiken Gesellschaften miteinander verwoben waren und welche methodischen Rückschlüsse wir daraus für moderne Gesellschaften und die Kultur- und Sozialwissenschaften allgemein ziehen können.

Die Grenzen von Machtkonzepten. Warum lässt sich mit Foucault und mit Bourdieu keine politische Soziologie der Antike machen?

26. November 2019 · 18:15 – 19:45 Uhr

Prof. Dr. Egon Flaig

Verschoben auf das Sommersemester 2021

Saevior Domitiano, impurior Nerone: Form und Funktion von Schmähungen in der Historia Augusta

21. Januar 2020 18:15 – 20:00 Uhr

Prof. Dr. Dennis Pausch

Ort: digital

Mit Prof. Dr. Dennis Pausch konnten die Alte Geschichte und die Klassische Philologie einen führenden Experten zu Schmähungen und Beleidigungskultur in der Antike gewinnen. Sein Vortrag wird Einblicke in seine jüngsten Forschungen und darüber hinaus in die Erkenntnisse und Modelle des Dresdner Sonderforschungsbereiches „Invektivität – Konstellationen und Dynamiken der Herabsetzung“ einführen.

Weiblichkeit und Macht in der Antike

04. Februar 2020 18:15 – 20:00 Uhr

Dr. Steffi Grundmann

Ort: digital

Die Professur für Alte Geschichte freut sich, im Rahmen der Vortragsreihe des WS 2019/20 mit dem Titel "Macht und Geschlecht" Dr. Steffi Grundmann zum Abendvortrag begrüßen zu dürfen. Frau Grundmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin für Alte Geschichte an der Universität Wuppertal. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in antiker Geschlechter- und antiker Körpergeschichte. Der Vortrag trägt den Titel "Sprechen, Handeln, Wirken. Weiblichkeit und Macht in der Antike."

3. Norddeutscher Doktorandenworkshop (NDAW)

Am 26. und 27. April wurde der 3. Norddeutsche Doktorandenworkshop der Altertumswissenschaften (NDAW) in Osnabrück ausgerichtet. Ziel des zweitägigen Workshops war es einerseits, Promovierenden der Universitäten der Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein eine Basis zu bieten, um einzelne Thesen oder mögliche Detailfragen ihrer laufenden Arbeiten in einem kleinen Kreis vorzustellen und diskutieren zu können. Andererseits bietet das Konzept des NDAW Nachwuchswissenschaftler*innen der genannten Hochschulen eine Plattform, sich untereinander kennenzulernen, sich über ihre Forschungsinteressen auszutauschen und sich so ein eigenes Netzwerk aufzubauen.

Eröffnet wurde der Workshop am Morgen des 26. April durch die Begrüßungsreden des Dekans des Fachbereichs Kultur- und Sozialwissenschaften Herrn Prof. Dr. Andreas Brenne sowie der Vertreterin von promos, der Promovierenden-Vertretung der Universität Osnabrück, Annika Thoma. Den Kern des Workshops bildeten an den zwei Tagen insgesamt acht Vorträge von Promovierenden zu Themen aus den Bereichen der klassischen Philologie, der Alten Geschichte und der Archäologie vom archaischen Kreta über Griechenland, Rom und Palmyra bis hin zu den germanischen Stämmen des 5. Jh. n. Chr. Mitdiskutiert haben ca. 20 Doktorand*innen, Postdocs und Studierende der Altertumswissenschaften.

Abgerundet wurde das Programm durch einen Vortrag von Frau Prof. Dr. Christiane Kunst mit dem Titel „Die Herkunft von Soldatenfrauen auf römischen Militärdiplomen“ am Freitagabend sowie durch einen Ausflug zum Museum und Park Kalkriese am Samstagnachmittag. Hier gilt Susanne Wilbers-Rost und Achim Rost ein herzliches Dankeschön für Vortrag und Diskussion.

Die Organisatorinnen Nicole Diersen und Anna Katharina Romund bedanken sich zudem bei allen Teilnehmer*innen für die regen Diskussionen zu den einzelnen Vorträgen und den fruchtbaren Austausch abseits der offiziellen Diskussionsrunden und damit für zwei anregende Tage im Zeichen der Altertumswissenschaft.

2017 von Philip Egetenmeier und Veronika Egetenmeyr in Hamburg ins Leben gerufen und 2018 von Antonietta Castiello und Ann-Christine Sander in Oldenburg erfolgreich fortgeführt, wurde der NDAW im dritten Jahr in Osnabrück als vielversprechendes Format zur Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses endgültig als Tradition etabliert. Der nächste Workshop findet im Jahr 2020 in Kiel statt.

Foto der TeilnehmerInnen des NDAW 2019 an der Universität Osnabrück

Sommersemester 2019

Vortragsreihe zu "Migration, Emotionen und Konfliktorten"

Die Vortragsreihe dieses Sommersemesters widmet sich gänzlich den Forschungsschwerpunkten der Professur. Eingeladene Gäste bieten Einblicke in Ihre jüngsten Forschungen zu den Themen Migration, Emotion und Konfliktlandschaften.

Emigration from the Later Roman Empire

30. April 2019 18:15 – 20:00 Uhr

Ekaterina Nechaeva (Lille)

Ort: Gebäude 02, Raum E05

The talk will address the Later Roman empire as a sending society, thus shifting the traditional historiographical focus from incoming to outgoing mobility. Scrutinizing the phenomenon of this “against-the-stream” movement, it will reveal a range of reasons behind individual emigration, structural responses and societal attitude to emigration, emigration sustainability and possibilities of return.

Grenzen des Genusses. Ekel, Schmutz und Nahrungskonsum in Rom (2. Jh. v. Chr. - 1. Jh. n. Chr.)

14. Mai 2019 18:15 – 20:00 Uhr

Bernadette Descharmes (TU Braunschweig)

Ort: Gebäude 02, Raum E05

Was galt für die Römer als ungenießbar? Und welche gesellschaftliche Funktion erfüllte der Ausdruck des Ekels? Der Vortrag untersucht, wie und warum in der satirischen Literatur Speisen, Essgeschirr, Umgangsformen und Menschen als schmutzig, stinkend und abstoßend verhandelt werden.

„Im Unglück fast bewundernswerter als im Glück“ - Militärische Niederlagen in der Geschichtskultur der römischen Republik und frühen Kaiserzeit

25. Juni 2019 18:15 – 20:00 Uhr

Simon Lentzsch (Köln)

Ort: Gebäude 02, Raum E05

Die Geschichte der römischen Republik gilt seit der Antike als militärisch-politische Erfolgsgeschichte. In der politischen Kultur Roms wurden die eigenen Erfolge in unterschiedlichen Formen gefeiert, über Generationen hinweg erinnert und dienten nicht zuletzt Angehörigen der Nobilität zur Legitimation der eigenen herausgehobenen sozialen Position. Doch Roms Armeen waren keineswegs stets siegreich, sondern mussten Dutzende von schweren Niederlagen auf dem Schlachtfeld hinnehmen, in denen hunderttausende Soldaten ihr Leben verloren. Der Vortrag möchte zeigen, wie in unterschiedlichen Medien der römischen Geschichtskultur mit dieser potentiell problematischen Erinnerung umgegangen wurde.

Wintersemester 2018/19

Vortragsreihe zu "Emotionen, Invektiven und Mobilität"

Die Vortragsreihe dieses Wintersemesters erlaubt Einblicke in die jüngsten – und daher nur spärlich publizierten – Forschungsdebatten der Alten Geschichte zu Emotionen, Invektivität und Mobilität.

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Neuer Wein in alten Schläuchen? Das Fest der Anthesteria als methodische Herausforderung für die Emotionsgeschichte

13. November 2018 • 18:15 – 20:00 Uhr

Angela Ganter, Erlangen

Universitätsbibliothek Osnabrück

Zimeliensaal • Alte Münze 16, Raum 09 /114

Üblicherweise geht man in der Forschung davon aus, dass Kulte Emotionen evozieren und auf diese Weise Gemeinschaft stiften. Diese Prämisse selbst wird jedoch selten zum Gegenstand der Analyse gemacht. Der Beitrag versucht zu ergründen, inwiefern Emotionen bei den Anthesteria eine Rolle gespielt haben könnten, um deren Wirkung genauer zu beschreiben. Dabei muss man sich der methodischen Herausforderung stellen, das dürftige, wenig aussagekräftige Quellenmaterial vor dem Hintergrund aktueller Debatten zur Emotionsgeschichte zu deuten.

Abendvortrag und Empfang zu Ehren von Prof. Dr. Hartmut Wolff

05. Dezember 2018 • 16:30 – 20:00 Uhr

Zimeliensaal · Alte Münze 16, Raum 09 /114

Vor genau 40 Jahren, am 05.12.1978, wurde H. Wolff zum Professor an der Universität Köln berufen. Diesen denkwürdigen Tag nimmt Frau Prof. Kunst zum Anlass, sich bei ihm und seiner Familie für den umfangreichen Literaturnachlass zu bedanken, den er dem Lehrstuhl für Alte Geschichte und Archäologie an der Univ. Osnabrück zukommen ließ. Das Grußwort hält Prof. Dr. Krešimir Matijević (Flensburg). Den Ehrenvortrag hält Prof. Dr. Martin Jehne (Dresden) zum Thema:

"Invektivität in Kommunikationsarenen der römischen Republik und frühen Kaiserzeit - eine Forschungsperspektive"

Die römische Republik ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Invektivkultur. Gerade die Senatoren, die kleine soziopolitische Führungsgruppe, waren permanent in Auseinandersetzungen involviert, zu denen Beleidigungen, Schmähungen, Herabsetzungen gehörten. Insgesamt gelang es aber im großen Ganzen, die Eskalationsdynamik invektiver Attacken in Grenzen zu halten, d.h. der Ausbruch physischer Gewalt war selten, und selbst die Feindschaften, die aus solchen Verletzungen des sozialen Körpers hervorgingen, waren nicht so unüberwindlich, dass man nicht bald wieder politisch kooperieren konnte. Im Verhältnis zwischen Senatoren und dem Volk galt der Grundsatz, dass das in offiziellen Versammlungen präsente politische Volk als Inkarnation des Gemeinwesens nicht beleidigt werden durfte, während die Senatoren auch von dieser Seite her einiges aushalten mussten. Selbst in der frühen Kaiserzeit, die ja offiziell die fortbestehende Republik war, hatte das Volk noch immer erhebliche Freiheiten, auch wenn insgesamt die Schwelle zur Beleidigung des Kaisers aufgrund seines Gewaltpotentials erheblich erhöht war.

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Mobilität und Einzugsgebiete als entscheidende Argumente innerhalb des innerstädtischen und überregionalen sophistischen Konkurrenzkampfes

08. Januar 2019 • 18:15 – 20:00 Uhr

Christian Fron, Heidelberg

Seminarstraße 19a/b, Raum 02/E05

Auf welche Weise rekrutierten Lehrer ihre Schüler aus der Fremde? Von welcher
Einflusssphäre konnten sie in einer Polis ausgehen? Und auf welche Weise erweiterten sie diese Sphäre und ihre Schülerschaft durch eigene Mobilität (zumal eine allzu große Mobilität auch stets eine große Gefahr für die Anstellung in der Polis bedeutete)? Anhand von Fallstudien und unter Zuhilfenahme von Methoden des Geomarketing, versucht dieser Vortrag, diese Fragen zu beantworten. Zu den Fallstudien zählen die "Einzugsgebiete" von antiken Bildungszentren um Libanios, Eunapios, Philostratos und Aelius Aristides.

Kim Jong-un, Ptolemaios VIII. und eine römische Gesandtschaft an den alexandrinischen Hof

29. Januar 2019 • 18:15 – 20:00 Uhr

Stefan Pfeiffer, Halle (Saale)

Seminarstraße 19a/b, Raum 02/E05

Im Jahr 140 v. Chr. reiste eine hochkarätig besetzte Gesandtschaft römischer Senatoren zu König Ptolemaios VIII. nach Ägypten. Am Hof in Alexandria angekommen kam es zu einem Kulturschock für die Römer. Aus einer Welt, die Ideale von körperlicher Perfektion und Leistungsfähigkeit, einfachem Leben und persönlicher Anstrengung zu ihren Idealen zählte, kommend, trafen sie hier den König eines Reiches, der sich in all seiner Pracht darstellte, sich als adipöser Lebemann in durchsichtigen Gewändern vor den Römern in Szene setzte. In dem Vortrag werden römische und königliche Ideale einander gegenübergestellt und nach einer Erklärung für diese misslungene Kommunikation gesucht.

Sommer-Semester 2018

Vortragsreihe zur „Migration, Mobilität und Geschlechtergeschichte in der Antike“

Im Sommersemester 2018 lädt der Lehrstuhl für Alte Geschichte zum monatlichen Abendvortrag ein. Den Forschungs- sowie Lehrinteressen des Lehrstuhls entsprechend stehen dieses Semester die Phänomene antiker Migration und Mobilität im Vordergrund. Drei Vorträge namhafter Experten und Expertinnen erörtern die Bedingungen, Prozesse und Dynamiken von Migration und Mobilität in der Antike. Hierbei werden nicht nur neue Horizonte für wirtschafts-, sozial- und religions- geschichtliche Fragen eröffnet, sondern auch neue Perspektiven für die Migrationsforschung angeregt. So stellt Monika Schuol offen die Frage, inwieweit die Antike Handlungsorientierung für den aktuellen Umgang mit Migration bieten kann und inwieweit sie Modellcharakter für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen beanspruchen kann. Ein weiterer Vortrag wird sich der Konstruktion weiblicher Rollenbilder im spätrepublikanischen und frühkaiserzeitlichen Rom widmen.

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Doktorandenkolloquium der Alten Geschichte am 25.05.2018

Aktuelle Forschungen zur Späten Römischen Republik und Kaiserzeit

14:00-18:00 • Schloßstraße 8, Gebäude 18, Raum E07 (Anbau)

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Migration und Wirtschaftsgeschichte des spätrömischen Reiches: Ein alternativer Blick auf die Völkerwanderung

10. April 2018 • 18:00 – 20:00 Uhr

Sebastian Schmidt-Hofner, Tübingen

Universitätsbibliothek Osnabrück

Zimeliensaal • Alte Münze 16, Raum 09 /114

Der Althistoriker und Leiter der DFG-Kollegforschergruppe „Migration und Mobilität in Spätantike und Frühmittelalter" Sebastian Schmidt-Hofner geht in seinem Vortrag der Frage nach, inwieweit sich die Völkerwanderung auf die sozioökonomischen Herausforderungen der großgrundbesitzenden römischen Elite zurückführen lässt. Der Vortrag erprobt damit einen Ansatz, der nicht nur einige emblematische historische Ereignisse der Zeit wie die terwingische Immigration von 376, die Ansiedlung der Visigoten in Südfrankreich 411/8 und die Landnahme der Ostrogoten in Italien in den 490er Jahren in neuem Licht erscheinen läßt, sondern darüber hinaus eine neue Perspektive auf die sogenannte Völkerwanderung als Ganze wirft.

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Krieg erzählen: Der republikanische Triumph und andere Szenen der Rückkehr des Heeres zwischen Narration, Wissensvermittlung und Aushandlung

15. Mai 2018 • 18:00 – 20:00 Uhr

Janico Albrecht, Erfurt/Bonn

Seminarstraße 19a/b, Raum 02/E05

Janico Albrecht widmet sich im Besonderen der Narration von Mobilität, denn mit jedem Triumph wurde nicht nur Macht inszeniert, sondern auch Wissen über die bereisten und besiegten Gebiete vermittelt, die ein Großteil der Römer niemals zu Gesicht bekommen würde und die sich als imaginaires von Mobilität in den Köpfen der ortsgebundenen Römer festsetzten. Indem er die Szenen und Kontexte der Heimführung sowie der Reintegration von Soldaten in das zivile Umfeld untersucht, legt J. Albrecht die Aushandlung des Erzählbaren zwischen Feldherr, Heer und zivile Publika offen.

Wievielmal Stunde Null? Flucht und Migration im antiken Judentum als Perspektive auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik

12. Juni 2018 • 18:00 – 20:00 Uhr

Monika Schuol, Eichstätt-Ingolstadt/Berlin

Seminarstraße 19a/b, Raum 02/E05

Mit dem Fokus auf zwei kaum zu überschätzende Facetten des antiken Judentums ‒ die Zerstörung des Jerusalemer Tempels 70 n.Chr. und jüdisches Leben in der Diaspora ‒ beleuchtet Monika Schuol Flucht und Migration als Katalysator für Umbrüche und Neuformierungsprozesse des Judentums, um anschließend die Frage nach den Chancen und Grenzen einer Orientierung heutigen politischen Handelns an historischen Vorbildern zu diskutieren.

»Keusch ist nur die, die niemand gefragt hat.« – Die sexuelle Freizügigkeit römischer Aristokratinnen im kulturgeschichtlichen Kontext

26. Juni 2018 • 18:00 – 20:00 Uhr

Elke Hartmann, Darmstadt

Seminarstraße 19a/b, Raum 02/E05

Elke Hartmann hinterfragt den Wahrheitsgehalt von spätrepublikanischen und frühkaiserzeitlichen Texten, die sich Aussagen zu den moralischen und sexuellen Einstellungen römischer Aristokratinnen erlauben. So wird den Frauen in zeitgenössischen Texten nachgesagt, sexuell besonders freizügig zu sein, es mit ehelicher Treue nicht sehr genau zu nehmen und sich insgesamt von der traditionellen Moral entfernt zu haben. E. Hartmanns kritische Analyse bringt Erkenntnisse zu den Handlungsspielräumen römischer Frauen sowie zur Repräsentation der römischen Elite überhaupt hervor.

Althistorisches Colloquium Chaucense

06. April 2018 • 14:45-18:00

Vortrag am 06. Dezember 2016

Kaiserpreisterinnen im Osten des Römischen Reiches

Prof. Dr. Babett Edelmann-Singer

Am Dienstag, 06. Dezember, hält die Althistorikerin Prof. Dr. Babett Edelmann-Singer einen Vortrag über die Kaiserpriesterinnen im Osten des Römischen Reiches. Die Veranstaltung des Fachs Alte Geschichte beginnt um 18 Uhr c.t. im Hauptflügel des Osnabrücker Schlosses, Raum 11/211, Neuer Graben, 49074 Osnabrück. Gäste sind willkommen, der Eintritt ist frei.

Die Frage nach Funktion, Titel, gesellschaftlicher Rolle und Status der Kaiserpriesterinnen hat in der Forschung einige Kontroversen initiiert. Vor allem die Provinz Asia in der heutigen Türkei hat dabei viel Beachtung erfahren, weil sie einen reichen Fundus an Inschriften liefert. Der Vortrag präsentiert neue Inschriften und archäologische Funde aus dem Bereich des Kaiserkultes. Er wird zeigen, dass es wichtig ist, die östlichen Provinzen im Zusammenhang zu betrachten und die Kaiserpriesterinnen als Teil der provinzialen Elite zu verstehen.

Die Referentin, Prof. Dr. Babett Edelmann-Singer, ist Gastprofessorin an der Universität Osnabrück. Sie forscht schwerpunktmäßig zur antiken Religionsgeschichte, zum Kaiserkult und zur Geschlechtergeschichte und wird in ihrem Vortrag diese verschiedenen Spezialgebiete miteinander verbinden. 

Arbeitsgruppe „Granikos. Die Schlacht im Kopf“

Aus der Exkursion in die Türkei im Herbst 2015 ist eine studentisch-wissenschaftliche Arbeitsgruppe hervorgegangen, die sich mit der Erforschung der Schlacht am Granikos beschäftigt. Erste Ergebnisse wurden auf einer Tagung der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Konfliktlandschaften (IAK) von 10. bis zum 11. Juni 2016 vorgestellt. (Vorstellung des Projektes auf den Seiten der IAK)

Granikos

Exkursion: Die Kultur einer conflict landscape der Weltgeschichte: Von der Troas bis Gallipoli (Herbst 2015)

Vom 14. bis zum 20. September 2015 haben die Fächer Neueste Geschichte und Alte Geschichte gemeinsam eine Exkursion in die Troas und zur conflict landscape von Gallipoli durchgeführt. Zwei Tage lang besuchten wir sowohl die Örtlichkeiten, an denen im Jahre 1915 um die Kontrolle der Dardanellen gekämpft wurde, wie auch die verschiedenen Stätten des Gedenkens an diese Ereignisse. Die folgenden zwei Tage galten den reichen Überresten des Altertums in Troia, Alexandria Troas und Assos. Am letzten Tag wurde das Programm spontan um eine Abstecher zu zwei Orten erweitert, an denen die Granikosschlacht Alexanders des Großen lokalisiert wird. Die thematischen Leitlinien, welche die durchaus sehr verschiedenen Programmpunkte verbanden, betrafen das Verhältnis von militärischen Auseinandersetzungen und Landschaften. Dazu gehörten beispielsweise die Fragen, wie sich narrative Darstellungen bewaffneter Konflikte im Raum verorten lassen oder welche Auswirkungen das Kampfgeschehen direkt und indirekt auf ein Gebiet hat. 

Wir sind den verschiedenen Experten, die uns vor Ort betreut haben, sehr zu Dank verpflichtet und haben uns sehr über die herzliche Gastfreundschaft von Çanakkale, der Partnerstadt Osnabrücks, gefreut.

 

Vortrag am 27. Januar 2015

Augustus. Meister der Propaganda und Selbstinszenierung

Prof. Dr. Holger Sonnabend

 

Am Dienstag, 27. Januar, hält der Althistoriker Prof. Dr. Holger Sonnabend vom Historischen Seminar der Universität Stuttgart einen Vortrag über den ersten römischen Kaiser Augustus und seinen geschickten Einsatz der Propaganda. Die Veranstaltung im Rahmen der Vortagsreihe des Fachgebietes Alte Geschichte der Universität Osnabrück und der Forschungsstelle Rom und Germanien in Kooperation mit der Varusgesellschaft beginnt um 18:00 Uhr s.t. im Hauptgebäude des Osnabrücker Schlosses, Raum 11/215, Neuer Graben, 49074 Osnabrück. Gäste sind willkommen, der Eintritt ist frei.

Mit dem Prinzipat installierte Augustus im 1. Jahrhundert v. Chr. in Rom eine neue, monarchische Herrschaftsordnung. Das neue System musste in einer Gesellschaft verankert werden, welche auf die jahrhundertealte Tradition der Republik zurückblickte. Augustus entwickelte daher ein höchst wirkungsvolles, fast modern anmutendes propagandistisches Instrumentarium zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung. So erweckte er den Anschein, sich bis zum letzten Atemzug um das Wohl des Staates zu sorgen. Der Vortrag liefert die wichtigsten Fakten und Erklärungen für einen frühen Fall perfekter politischer Inszenierung.

Der Referent, Prof. Dr. Holger Sonnabend, ist nicht nur ein Erforscher, sondern auch ein bekannter Vermittler der antiken Geschichte. So ist er als Professor an der Universität Stuttgart ebenso tätig wie als Berater für historische Ausstellungen, Leiter von Studienreisen im Mittelmeerraum und gefragter Experte in Rundfunk- und TV-Sendungen zum Thema Antike. Neben wissenschaftlichen Fachbeiträgen publiziert er zahlreiche Artikel in der Zeitschrift „Damals“ und tritt immer wieder mit Sachbüchern über die Kulturen des Altertums vor die breite Öffentlichkeit. Mit dem Kaiser Augustus hat er sich zuletzt anlässlich dessen 2000. Todesjahres in seiner Monographie „August 14. Der Tod des Kaisers Augustus“ befasst.

 

Vortrag am 02. Dezember 2014

Herrschaft und Grenze. Der kleinasiatisch-mesopotamische Limes im Spiegel neuer Funde

Prof. Dr. Engelbert Winter

 

Am Dienstag, 02. Dezember, hält der Althistoriker Prof. Dr. Engelbert Winter von der Forschungsstelle Asia Minor am Seminar für Alte Geschichte der WWU Münster einen Vortrag über den kleinasiatisch-mesopotamischen Limes des Römischen Reiches im Spiegel neuer Funde. Die Veranstaltung im Rahmen der Vortagsreihe des Fachgebietes Alte Geschichte der Universität Osnabrück und der Forschungsstelle Rom und Germanien in Kooperation mit der Varusgesellschaft beginnt um 18:00 Uhr s.t. im Hauptgebäude des Osnabrücker Schlosses, Raum 11/115, Neuer Graben, 49074 Osnabrück. Gäste sind willkommen, der Eintritt ist frei.

Die Beziehungen Roms zu Iran sind von ihren Anfängen im 1. Jh. v. Chr. bis in das 7. Jh. n. Chr. von zahlreichen Kriegen und schweren militärischen Niederlagen geprägt. Parallel zu diesen Auseinandersetzungen war Rom immer um die Sicherung der Grenzen an der östlichsten Peripherie des Reiches bemüht. Seit dem 1. Jh. n. Chr. sind daher Anstrengungen Roms um die Errichtung einer linearen Grenzverteidigung im Orient zu beobachten. Ziel des Vortrages ist es, den besonderen Charakter dieser römischen Ostgrenze zu verdeutlichen. Der Referent legt dabei ein besonderes Gewicht auf den Einfluss der geographischen Bedingungen auf die römische Militär- und Grenzpolitik in dieser Region. Gleichzeitig weist er anhand einiger in den letzten Jahren an Euphrat und Tigris neu entdeckter inschriftlicher wie archäologischer Zeugnisse neue Aufgaben und Perspektiven der römischen Militärgeschichte des Nahen Ostens auf.

Prof. Dr. Winter ist seit 2011 nach mehreren Lehrstuhlvertretungen fester wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle Asia Minor im Seminar für Alte Geschichte an der WWU Münster. Er ist ein ausgewiesener Experte für den kleinasiatischen Raum, die östliche Hälfte des Mittelmeers und Iran in der Antike. In den zahlreichen von ihm geleiteten Drittmittelprojekten zu diesen Regionen verbindet er die althistorische mit der archäologischen Perspektive. Dasselbe gilt für viele seiner Publikationen, welche teils in Türkische und Persische übersetzt wurden.

 

Vortrag am 18. November 2014

Anima anceps. Dynastische Funktion und Nachleben Hadrians in antoninischer Zeit

Dr. phil. Jörg Fündling

 

Am Dienstag, 18. November, hält der Althistoriker Dr. phil. Jörg Fündling vom Historischen Institut der RWTH Aachen einen Vortrag über die dynastische Funktion und das Nachleben Kaiser Hadrians in antoninischer Zeit. Die Veranstaltung im Rahmen der Vortagsreihe des Fachgebietes Alte Geschichte der Universität Osnabrück und der Forschungsstelle Rom und Germanien beginnt um 18:00 Uhr im Zimeliensaal der Universitätsbibliothek, Alte Münze 16, 49074 Osnabrück. Gäste sind willkommen, der Eintritt ist frei.

Dr. Jörg Fündling wird in seinem Vortrag der Frage nachgehen, wie unter Antoninus Pius (138-161) mit dem Andenken an den Vorgänger Hadrian (117-138) umgegangen wurde. „Die Mechanismen, die beim ‚Stabwechsel‘ zwischen zwei römischen Kaisern Kontinuität stifteten, sind wohlbekannt“, so der Referent. „Desto erstaunlicher sind die Vorgänge nach dem Tod des langlebigen Princeps Hadrian, als der Senat sich zunächst weigerte, die übliche Anerkennung des Toten als Gott auszusprechen. Mindestens ebenso überraschend ist aber, wie unter dem Erben Antoninus Pius mit der Erinnerung an Hadrian umgegangen wurde: Abwertende Äußerungen über ihn richteten sich nachweislich an das Herrscherhaus – und stießen dort auf Duldung, wenn nicht Zustimmung.“ Konnten und wollten es sich Antoninus und seine Adoptivsöhne leisten, sich von dem Mann abzusetzen, dem sie die Herrschaft verdankten? Die Antwort darauf verspricht der Vortrag.

 

Dr. Jörg Fündling gehört zu den besten Kennern der antoninischen Zeit, wie seine zahlreichen Publikationen zu dieser Epoche erkennen lassen. Dazu gehört insbesondere sein monumentaler Kommentar zur Vita Hadriani der Historia Augusta, mit dem er 2005 bei Prof. Dr. Dr. Klaus Rosen promovierte. Für diese Arbeit wurde er 2007 mit dem Karl-Arnold-Preis geehrt. Sein Band über Marcus Aurelius in der Reihe „Gestalten der Antike“ stellt einen weiteren wichtigen Beitrag zur Geschichte der Antoninen dar. Sein sonstiges Arbeitssprektrum umfasst die gesamte Antike, von der Zeit Homers und der Stadt Troja über die hellenistischen Königreiche und die zentralen Gestalten der römische Republik bis hin zu den Hunnen unter Attila, aber ebenso die Rezeption des Altertums. Im Rahmen seines Habilitationsprojekts wertet er das spätantike astrologische Handbuch des Firmicus Maternus unter mentalitätsgeschichtlichen Fragestellungen aus.