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Prof. Dr. Meik Zülsdorf-Kersting

Universität Osnabrück
Didaktik der Geschichte
Schloßstraße 8
Raum 18/201
49069 Osnabrück
Tel. +49 541 969 4299 / Sekretariat +49 541 969 4387

Mi 16-17 Uhr

Didaktik der Geschichte

Die Wissenschaftsdisziplin Geschichtsdidaktik untersucht kollektive und individuelle Formen der Konstruktion und Rezeption von Geschichte. Geschichtsdidaktik versucht, diese kollektiven und individuellen Umgangsformen empirisch zu erfassen, theoretisch zu durchdringen und pragmatisch zu beeinflussen.

Der Geschichtsunterricht stellt in diesem Zusammenhang ein wichtiges Forschungsfeld der Geschichtsdidaktik dar. Was lässt sich empirisch über die Realität gegenwärtigen Geschichtsunterrichts sagen? Welche Wandlungen lässt eine geschichtliche Betrachtung des Geschichtsunterrichts sichtbar werden? Was sind theoretisch begründbare normative Setzungen für einen modernen Geschichtsunterricht? Wie lässt sich Geschichtsunterricht pragmatisch beeinflussen, um optimale Rahmenbedingungen für historisches Lernen zu schaffen?

Seit den 1970er Jahren hat die Geschichtsdidaktik ihren Horizont um neue Fragestellungen erweitert. Neben dem Geschichtsunterricht kümmert sie sich auch um die außerschulische Vermittlung von und Beschäftigung mit Geschichte - in Museen, Gedenkstätten, im Fernsehen, Kino, Roman und Familiengespräch. Sie ist nach der klassischen Formel des Münsteraner Geschichtsdidaktikers Karl-Ernst Jeismann zur "Wissenschaft vom Geschichtsbewusstsein in der Gesellschaft" geworden.

NEUERSCHEINUNG:

Sebastian Bracke, Colin Flaving, Johannes Jansen, Manuel Köster, Jennifer Lahmer-Gebauer, Simone Lankes, Christian Spieß, Holger Thünemann, Christoph Wilfert, Meik Zülsdorf-Kersting: Theorie des Geschichtsunterrichts. Frankfurt a.M. 2018.

Die Monografie legt erstmals eine in sich geschlossene Theorie des Geschichtsunterrichts vor und schließt so eine Forschungslücke. Geschichtsunterricht wird hier als soziales System modelliert und damit in seiner Eigenlogik als soziales Geschehen ernstgenommen, das über kommunikative Prozesse die Entwicklung des Geschichtsbewusstseins der Schüler*innen erreichen möchte. In diesem komplexen Zusammenhang kommt den Dimensionen des historischen Denkens, den Emotionen, der Kommunikation, den Medien und der Sprache eine besondere Bedeutung zu. Der Band integriert unterrichts- und geschichtsspezifische Theoreme zu einer systemtheoretisch inspirierten Theorie des Geschichtsunterrichts. Damit ist ein Grundstein für die empirische Geschichtsunterrichtsforschung gelegt, die bei der Entwicklung von Fragestellungen und der Interpretation ihrer Befunde auf eine solche fachspezifische Unterrichtstheorie angewiesen ist.

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