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Deckplatte des Grabdenkmals für den Stifter Wiprecht von Groitzsch (+ 1124) in der ehemaligen Klosterkirche in Pegau (2. Hälfte des 13. Jh., abgebildet ist eine Nachbildung aus dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg)

Der Kalkberg in Lüneburg, Ausschnitt aus: „Grundriß von Norden“, um 1598 (Kupferstich bei Braun & Hogenberg), [späterer] Nachdruck, o. J., 26,8 x 36 cm

Projekt "Objekte und Eliten in Hildesheim 1130-1250“ (Laufzeit 2015-2018), www.objekte-und-eliten.de

Forschung

In der Forschung liegen die Schwerpunkte an der Professur für Geschichte des Mittelalters in zwei Bereichen:

  • Allgemeine Entwicklungen, Strukturen und Phänomene der mittelalterlichen Geschichte werden an Beispielen aus der niedersächsischen Landesgeschichte behandelt und untersucht.
  • Forschungen zu den Historischen Hilfswissenschaften, insbesondere zur Diplomatik (Urkundenlehre) und zur Wissenschaftsgeschichte der Hilfswissenschaften, sollen zum einen zeigen, wie sich diese Gruppe von Wissenschaften seit den Jahrzehnten um 1700 entwickelte und stabilisierte. Die Forschungen auf dem Gebiet der Diplomatik sollen im Sinne der Urkundenforschung deutlich machen, wie hilfswissenschaftliche Erkenntnisse zu allgemeinhistorischen Konsequenzen führen.

In diese beiden Gebiete ordnen sich die laufenden größeren Forschungsvorhaben und Qualifikationsarbeiten an der Professur für Geschichte des Mittelalters ein:

  • Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, widmet sich Prof. Dr. Thomas Vogtherr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 dem Abschluss eines Editionsprojektes zur hochmittelalterlichen Geschichte des wettinischen Sachsen. Die Pegauer Annalen, entstanden und in mehreren Schritten fortgeführt im gleichnamigen Kloster südlich Leipzigs, liegen bisher in einer weitgehend unkommentierten Ausgabe durch Georg Heinrich Pertz aus dem Jahre 1854 im Druck vor. Die Annalen enthalten insbesondere für die Zeit Heinrichs IV. (1080er-Jahre) und für die frühstaufischen Jahrzehnte auch reichsgeschichtlich wichtiges Material, haben aber ihre Bedeutung vor allem für die wettinisch-sächsische Landesgeschichte.  Auf der Basis der überlieferten Handschriften (heute in Leipzig, Dresden, Zeitz und Wolfenbüttel) wird eine neue, reich kommentierte Edition mit einer beigefügten Übersetzung erarbeitet.
  • Das vom BMBF mit einer Gesamtsumme von 1,1 Mio. € geförderte Drittmittelprojekt „Objekte und Eliten in Hildesheim 1130-1250“ (Laufzeit 2015-2018) wird von der Professur koordiniert. Neben Prof. Dr. Thomas Vogtherr sind daran beteiligt: Dom-Museum Hildesheim (Prof. Dr. Michael BrandtDr. Gerhard Lutz), Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Prof. Dr. Harald Wolter-von dem Knesebeck), Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Priv. Doz. Dr. Martina Giese) sowie Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Prof. Dr. Klaus Gereon Beuckers). Für nähere Informationen: http://www.objekte-und-eliten.de/  
  • Prof. Dr. Thomas Vogtherr arbeitet an einer Biographie des Archivars und Landeshistorikers Georg Schnath (1898-1989), dessen vielfach gebrochener Lebenslauf exemplarisch für Angehörige seiner Generation sein dürfte. Die lückenlose Überlieferung von Schnaths Tagebüchern seit 1906 eröffnet Möglichkeiten einer dicht geschriebenen Biographie über die Brüche des 20. Jahrhunderts hinweg. Autobiographische Texte und zeitgeschichtliche Reflexionen aus der Internierung und Kriegsgefangenschaft in den Jahren 1945-1947 werden separat zur Veröffentlichung vorbereitet.
  • Eine Monographie zum Urkundenwesen König Heinrichs I. (919-936) fasst die Ergebnisse einer fast 150jährigen Forschung auf diesem Gebiet zusammen und erweitert die Fragestellungen mit dem Blick auf moderne Kulturwissenschaft und Semiotik.
  • Tanja Kalmlage M.A. arbeitet an einer Dissertation zur frühen Geschichte des bedeutenden Benediktinerklosters St. Michaelis auf dem Kalkberg in Lüneburg unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses zwischen Kloster(-personal) und Landesherren für die Zeit von der Gründung bis zur Zerstörung des Klosters 1371.
  • Anne Südbeck M.A. arbeitet im Rahmen des BMBF-Drittmittelprojekts an ihrer Dissertation zu Entstehen und Ausbildung der städtischen und weltlichen Elite in Hildesheim vom 10. bis 13. Jahrhundert. Hierzu wird nicht nur die Entstehung der Hildesheimer Ratsherrschaft und die Zusammensetzung der städtischen Führungsschichten in den Blick genommen, auch die wirtschaftliche Situation Hildesheims während des Hochmittelalters wird berücksichtigt. ( objekte-und-eliten.de )
  • Elisabeth Doerk M.A. arbeitet an ihrer Dissertation zur Geldpolitik des Herzogs Georg von Sachsen (1471-1539). Im Fokus der Arbeit steht die Untersuchung, ob die persönlichen Glaubensüberzeugungen des katholischen Herzog Georgs Einfluss auf die Münzprägung im albertinischen Sachsen nahmen.
  • Gefördert durch ein Abschlussstipendium für Nachwuchswissenschaftlerinnen des Pools Frauenförderung der Universität Osnabrück, arbeitet Pia Mecklenfeld M.A. an ihrer Dissertation zum Liber Confraternitatis der Bruderschaft von S. Maria dell’Anima in Rom. Ziel des Dissertationsvorhabens ist es, die Entstehung und den Aufbau des in seinen ältesten Teilen auf das 15. Jahrhundert zurückgehenden Bruderschaftsbuches zu analysieren und die Pergament-Handschrift gleichsam auf Grundlage einer Untersuchung der Entwicklung und Funktion der Anima-Bruderschaft als Memorialgemeinschaft im späten Mittelalter historisch zu kontextualisieren.
  • Nele Hielscher M.A. arbeitet an ihrer Dissertation zum Osnabrücker Rat im Mittelalter. Im Fokus stehen die Familien sowie die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der Ratsherren. Als Ergebnis gilt es herauszufinden, wer die Menschen waren, die im späten Mittelalter die Führung der Stadt Osnabrück wahrnahmen.