Universität Osnabrück

Geschichte


Navigation und Suche der Universität Osnabrück


Hauptinhalt

Topinformationen

Veranstaltungsangebot

Das Kommentierte Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2018 zum Download finden Sie hier:

 

Bitte kurzfristige Raumänderungen und Ankündigungen bei Stud.IP beachten!

Das Kommentierte Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2018/19 zum Download finden Sie hier:

Das KZ Płaszów, der Film Schindlers Liste und die Museen in der ehemaligen Emaillefabrik - Konfliktlandschaft und Post-Holocaust Resonanzraum
DozentIn:
Jürgen Kaumkötter
Veranstaltungstyp:
Übung (Offizielle Lehrveranstaltungen)
Beschreibung:
Als der vom nationalsozialistischen Deutschland ausgebürgerte Literaturnobelpreisträger Thomas Mann 1944 im Exil lebte, hatte er das englische Radio, die BBC als Sprachrohr in das Land in dem seine Leser wohnten. Deutsche Hörer! In 55 emotionalen Reden sprach er die Wahrheit über Völkermord und Kriegsschuld aus. Aber was war mit all den anderen Exilanten in diesem letzten Kriegsjahr 1944, die nicht von einem Nobelpreis getragen wurden oder von internationalen Tantiemen leben konnten? Die große Dame der Bohème der 1920er-Jahre, Else Lasker-Schüler, saß vereinsamt in einem Hinterhof in Jerusalem und widmete ihr letztes Buch, das „Blaue Klavier“, den „unvergesslichen Freunden und Freundinnen in den Städten Deutschlands – und denen, die wie ich vertrieben und nun verstreut in die Welt, In Treue!“. Felix Nussbaum schuf im Versteck seine letzten ikonischen Holocaust-Bilder und wurde nach Auschwitz deportiert. Wie erleben Künstlerinnen und Künstler heute Flucht, Vertreibung und Terror? Gibt es wiederkehrende Strukturen der Verfolgung? Auf der aktuellen Biennale in Venedig werden im „Pavillon der Freuden und Ängste“ Porträts des syrischen Künstlers Marwan und Fotos von Gewaltanwendungen des Ungarn Tibor Hajas gezeigt. Ihre Werke thematisieren die Auswirkungen staatlichen Terrors. Alec Baldwin verkörpert in der Installation „Love Story“ von Candice Breitz einen syrischen Flüchtling. Sind Artefakte verlässliche Quellen oder rein subjektive Impressionen? Ist das innere Exil auch eine Zwangsmigration?
Im Jahr 2015 wurde das Zentrum für verfolgte Künste gegründet – einerseits ein Museum mit einer fast 4000 Objekte umfassenden Sammlung, sowie mehreren umfangreichen Nachlässen, andererseits eine gesellschaftspolitische Institution, die auch gegenwärtige Phänomene reflektiert. Das Solinger Zentrum ist die erste Institution dieser Art weltweit und hat mit dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (Professur für Neueste Geschichte und Historische Migrationsforschung) an der Universität Osnabrück einen idealen Partner gefunden.
Die Veranstaltung will drei Ziele erreichen: 1. vorhandenen Initiativen zur Dokumentation der Zwangsmigration von Künstlerinnen und Künstler zusammenzustellen und zu bewerten. Dabei werden zum Beispiel die biografische online Datenbank der Else Lasker-Schüler Gesellschaft oder die Internetseite Künste im Exil gesichtet; 2. Kriterien zur Beurteilung von Migration reflektierenden Artefakten zu entwickeln; 3. Formate für die Dokumentation der Erfahrungen von Künstlerinnen und Künstlern zu entwickeln, die gegenwärtig Verfolgung und Flucht erleben.
Ort:
02/E05
Semester:
WS 2018/19
Zeiten:
Do. 18:00 - 20:00 (wöchentlich)
Erster Termin:Do , 25.10.2018 18:00 - 20:00, Ort: 02/E05
Veranstaltungsnummer:
2.248
Bereichseinordnung:
Veranstaltungen > Geschichte > Übungen
Veranstaltungen > Europäische Studien > Bachelor-Studiengang > Nebenfach Geschichte der frühen Neuzeit und Neueste Geschichte > Neueste Geschichte
Literatur
Literatur zur Einführung
Serke, Jürgen; Bauer, Wilfried; Hessing, Jakob (2002): Die verbrannten Dichter. Weinheim
Kaumkötter, Jürgen (2015): Der Tod hat nicht das letzte Wort. Kunst in der Katastrophe 1933 - 1945. Berlin
Horowitz, J. (2009): Artists in Exile: How Refugees from Twentieth-Century War and Revolution Transformed the American Performing Arts. New York, NY
International refugee organization (1949): Exposition des Artistes en Exil. Paris
Schumann, Thomas B.; Adorf, Mario; Müller, Herta; Peters, Olaf; Troller, Georg Stefan (2016): Deutsche Künstler im Exil. 1933-1945 : Werke aus der Sammlung Memoria Thomas B. Schumann. Hürth bei Köln
Dogramaci, Burcu (2014): Migration und künstlerische Produktion. Aktuelle Perspektiven. Bielefeld
Weitere Informationen aus Stud.IP zu dieser Veranstaltung
Heimatinstitut: Geschichte
beteiligte Institute: Europäische Studien
In Stud.IP angemeldete Teilnehmer: 19
Anzahl der Postings im Stud.IP-Forum: 2
Anzahl der Dokumente im Stud.IP-Downloadbereich: 1
Zur Veranstaltung in Stud.IP door-enter