Universität Osnabrück

Geschichte


Navigation und Suche der Universität Osnabrück


Hauptinhalt

Topinformationen

Bondzio

Sebastian Bondzio, M.A.

Universität Osnabrück

Neueste Geschichte
Neuer Graben 19/21
Raum 03/227
49069 Osnabrück
Tel. +49 541 969 4127
sbondzio@uos.de

Sprechzeiten

nach Vereinbarung

Sebastian Bondzio, M.A.

Profil

Sebastian Bondzio ist seit 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl für Neueste Geschichte an der Universität Osnabrück. Dort arbeitet er im Projekt "Gefallene" in der Gesellschaftsgeschichte. Das Sterben von Soldaten im Ersten Weltkrieg und seine Nachwirkungen im Westen Niedersachsens, das von der Stiftung Pro*Niedersachsen des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur gefördert wird.

In diesem Projekt verbindet Sebastian Bondzio quantitative Arbeitsweisen einer rekonstruierenden Sozialgeschichte mit den qualitativ-hermeneutschen Methoden der Kultur- bzw. Emotionengeschichte zu einer strukturorientierten Gesellschaftsgeschichte. Sie versteht Individuen und Gesellschaft als sich auf der Mesoebene - zwischen 'Mikro' und 'Makro' - rekursiv konstituierende soziale Entitäten.
Ziel des Forschungsprojekts ist die Beantwortung einer Reihe gesellschaftshistorischer Fragen, die im engen Zusammenhang mit dem Sterben der Soldaten stehen.
Den konreten Untersuchungsgegenstand bildet die Fallstudie der Stadt Osnabrück. Neben der Frage danach, wie sich die Soldaten aus einem zivilgesellschaftlich gerahmten Kontext über die Kriegsschauplätze des Ersten Weltkriegs verteilten, ist es das Ziel, ein Sozialprofil der Kriegstoten zu gewinnen.
Diese beiden Dimensionen ermöglichen die zeitlich, räumlich und sozial differenzierte Verortung der Kriegstoten während des Krieges und die Messung des Impacts des Sterbens auf die Stadtgesellschaft, aus der die 'Gefallenen' kamen. Der Fokus auf Kriegstote aus einem zivilgesellschaftlichen Kontext ist zwar der dürftigen Quellenlage auf Reichsebene geschuldet, erweist sich aus wissenschaftlicher Sicht aber als Glücksfall. Führt die differenzierte quantitative Messung des Impacts im ersten Schritt zu Zweifeln an den traditionellen historischen Narrativen von 'Massensterben' und 'Massentrauer', öffnet sie - unter Berücksichtigung der vorhandenen Informationsmenge in Osnabrück - im zweiten den Blick für die komplexe Emotionslage innerhalb der Stadtgesellschaft, der daraus folgenden soziostrukturellen Veränderungen und letztlich die möglichen Implikationen für die Nachkriegsgesellschaft sowie dort stattfindender Aushandlungsprozesse um die Erinnerung an den Krieg.

Ermöglicht wird dieser mehrdimensionale gesellschaftshistorische Ansatz durch einen auf der einen Seite theoriebasierten und auf der anderen Seite von den bildgebenden Verfahren der 'digital humanities' unterstützten Mixed-Method-Zugang, der ein holistisches Bild vergangener sozialer Prozesse und ihrer Beeinflussung durch distante, aber emotional relevante Ereignisse zeichnen lässt.

Auf diese Weise möchte Sebastian Bondzio unter Einhaltung eines auf Verallgemeinerung ausgelegten regionalhistorischen Bezugs und strenger Empirie zur Gesellschaftsgeschichte des Krieges im Arbeitsfeld der Friedens- und Konfliktforschung beizutragen.