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Zwischen Doggerland und Reric – aktuelle maritim-archäologische Forschungen an den Küsten von Nord- und Ostsee

Vortrag von Prof. Dr. Hauke Jöns (Wilhelmshaven)

24. November 2015, 18 Uhr s.t.

Neuer Graben 29 / Schloss, Raum 11/115

Nahezu in allen Zeiten der Menschheitsgeschichte spielten die mitteleuropäischen Küstenzonen als Übergang zwischen Meer und Land eine besondere Rolle im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen System der jeweiligen Bevölkerungen. Hier hatte man nicht nur Zugang zu den vielfältigen Nahrungsresourcen, die das Meer bietet, sondern konnte über den Seeweg auch mit einfachen Mitteln Waren und Ideen transportieren und damit Teil überregionaler Kommunikations- und Austauschsysteme werden. Zugleich war die Küstenzone bis zum Beginn des mittelalterlichen Deichbaus eine ständigen Veränderungen unterworfene Landschaft, in der der Mensch Strategien entwickeln musste, um sich vor Hochwässern und Sturmfluten zu schützen bzw. sich an die dynamischen Küstenveränderungen anzupassen. Die Erforschung der Besiedlungsgeschichte dieses einzigartigen Lebensraums bildet bereits seit mehr als 75 Jahren einen Arbeitsschwerpunkt des interdisziplinär strukturierten Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung Wilhelmshaven (NIhK). Im Vortrag wird ein Überblick über seine aktuellen Projekte gegeben, die sich vor allem auf die Untersuchung prähistorischer Siedlungsreste auf dem Boden der europäischen Meere und die Rekonstruktion der Austauch- und Kommunikationsstrukturen während des 1. Jahrtausends nach Chr. im Nord- und Ostseeraum konzentrieren.

Prof. Dr. Hauke Jöns war zwischen 2000 und 2006 Leiter der Abteilung Bodendenkmalpflege am Archäologischen Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin. 2007 wechselte er nach Wilhelmshaven und ist seither leitender wissenschaftlicher Direktor am NIhK und zugleich apl-Professor für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Rostock. Seit mehr als 20 Jahren gehören unter Wasser gelegene steinzeitliche Siedlungen und Landschaften wie die Doggerbank ("Doggerland") aber auch von auf Handel und Austausch spezialisierte Küstensiedlungen wie das historisch überlieferte Emporium Reric zu seinen Forschungsschwerpunkten. Prof. Jöns ist u.a. Mitglied der Kommissionen für Unterwasserarchäologie und Grabungsstandards des Verbandes der deutschen Landesarchäologen und ist Teil der europäischen Forschungsnetzwerke „Subland“ und "Splashcos“ aber auch des Sachsesymposiums.