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Legionäre zwischen Haltern und Oberaden. Ein kleines Römerlager bei Olfen

Vortrag von Dr. Bettina Tremmel (Münster)

19. Januar 2016, 18 Uhr c.t.

Seminarstraße 19 A/B, Raum 02/E05

Vor 2000 Jahren geriet Westfalen und damit auch der Raum Olfen in den Fokus der römischen Eroberungspolitik. Zum wiederholten Mal waren germanische Stämme in Gallien eingefallen. Im Jahr 11 v. Chr. drangen die Römer daher von Xanten aus ins Innere Germaniens vor. Sie erreichten bei diesem Feldzug sogar die Weser. Entlang der Lippe ließ Drusus sein Heer mehr oder weniger stark ausgebaute Truppenstandorte unterschiedlicher Größe und Funktion anlegen: Legionslager, Marschlager, Marinebasen, Nachschubstationen. Sie wurden im Abstand eines Tagesmarsches von 18-20 Kilometer erbaut. Seit 2011 „besitzt“ auch der Kreis Coesfeld ein Römerlager aus dieser Zeit. Es liegt etwa 200 m westlich von Haus Rauschenburg, am Nordufer der Lippe und war etwa 5 ha groß. Kastelle vergleichbarer Größe sind in Westfalen und Hessen bekannt. Dank solcher kleinerer, als Nachschubstationen genutzter Kastelle war das römische Heer in der Lage, eine kontinuierliche Versorgung seines großen, in Germanien operierenden Militärkontingents zu gewährleisten. Als mit der Befriedung der germanischen Stämme die Feldzüge abgeschlossen waren, wurden die Militäranlagen 8/7 v. Chr. aufgegeben.
Der Vortrag zeigt, worauf sich die Kenntnisse zu diesem neuen Baustein römischer Geschichte in Westfalen gründen.

Dr. Bettina Tremmel studierte Provinzialrömische Archäologie, Vor- und Frühgeschichte und Alte Geschichte in München, Tübingen und Aix-en-Provence und schloss das Studium mit einer Promotion über den „Kastellvicus des 1. Jahrhunderts n. Chr. von Augusta Vindelicum/Augsburg“ ab. Hierauf folgte das wissenschaftliche Volontariat beim Fachreferat Provinzialrömische Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Die wissenschaftliche Erforschung der Römerlager in diesem Gebiet bildete von nun an einen Schwerpunkt in der Forschungsarbeit von Dr. Tremmel. 2009 wurde sie schließlich wissenschaftliche Referentin für die Archäologie in Westfalen im Fachreferat für Provinzialrömische Archäologie. Seitdem ist sie für Ausgrabungen und Erforschung der Römerlager in Westfalen zuständig.