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Industrialisierung - Ansicht des Stahlwerks in Georgsmarienhütte

Industrialisierung – Ansicht des Stahlwerks in Georgsmarienhütte vom Osterberg aus gesehen, um 1908 (Foto aus der Slg. Beermann, zur Verfügung gestellt durch die Stadt Georgsmarienhütte).

Handel und Migration - Stempel der Osnabrücker Legge

Handel und Migration – Stempel der Osnabrücker Legge: Stadtwappen (Rad) mit Umschrift STAD.OSNABR, 1671 (Foto zur Verfügung gestellt vom Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück).

Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Was verdiente ein Handwerker im 14. Jahrhundert und mit welchen Werkzeugen arbeitete er? Wie entwickelte sich die Bevölkerung im Zuge der Industrialisierung und welche sozialen Probleme entstanden daraus? Welche Rückschlüsse erlauben Bürger- und Steuerlisten im Hinblick auf die geographische und soziale Mobilität der Menschen im Spätmittelalter? Wie lebte und arbeitete ein Bauer im 17. Jahrhundert? Welche Waren wurden im Mittelmeerraum der Spätantike gehandelt und was kosteten sie?

Auf diese und viele weitere spannende Fragen kann das Fach Wirtschafts- und Sozialgeschichte als Teildisziplin der Geschichtswissenschaften eine Antwort geben. Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte ist eine Brückendisziplin zwischen der Geschichtswissenschaft und den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Sie erforscht ökonomische Zusammenhänge und gesellschaftliche Entwicklungen im Verlauf der Geschichte mit quantitativen (statistisch-wirtschaftswissenschaftlichen) und qualitativen (hermeneutisch-sozialwissenschaftlichen) Methoden und Theorien.

Die Abteilung Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Osnabrück ist grundsätzlich epochenübergreifend angelegt. Sie versteht sich dabei sowohl als wissenschaftliche Spezialdisziplin mit eigenen Theorien und Methoden, aber vor allem auch als integraler Bestandteil aller vom Historischen Seminar angebotenen Studiengänge und vertretenen historischen Abteilungen. 

In thematischer Breite werden in der Lehre zentrale Themen der deutschen, europäischen und globalen Wirtschafts- und Sozialgeschichte von der Spätantike bis zur Neuzeit aufgegriffen. Hierzu zählen beispielsweise Stadt und Land, Handel und Handwerk, Migration und Demographie, Unternehmens- und Alltagsgeschichte, Geld- und Finanzgeschichte. In enger Zusammenarbeit mit regionalen Museen und Archiven wird zudem die Bearbeitung und Auswertung von originalen Schrift- und Sachquellen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte (bspw. Rechnungsbücher, Zolltarife, Güterverzeichnisse, Münzen und landwirtschaftliche Geräte) unter Anwendung von Methoden der Historischen Hilfswissenschaften anschaulich vermittelt und praktisch eingeübt.

In der Forschung liegt der Schwerpunkt zeitlich auf Fragestellungen aus dem Bereich der Vormoderne (ca. 500-1800) und thematisch in der Geld-, Währungs- und Finanzgeschichte Mittel-, West- und Südeuropas. Besondere Aufmerksamkeit wird ebenfalls der niedersächsischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte geschenkt.