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Forschung

 

Türkische Arbeiter der Salzgitter AG im Wohnheim (Stadtarchiv Peine, Dep PSAG).

Die Abteilung Neueste Geschichte des Historischen Seminars weist einen deutlichen Schwerpunkt in der Historischen Migrationsforschung zum 19. und 20. Jahrhundert auf.  Dies spiegelt sich durch die Einbindung in das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) auch institutionell wider. Laufende Arbeiten von Apl. Prof. Dr. Jochen Oltmer  beschäftigen sich mit der Geschichte von Migration in der Neuzeit im regionalen, nationalen, europäischen und globalen Kontext. Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Dr. Christoph Raß im Bereich der Historischen Migrationsforschung liegen vor allem in der Modellierung von Migrationsregimen sowie der darauf bezogenen Auseinandersetzung mit grenzüberschreitender Arbeitswanderung und ihrer Verfassung sowie mit Praktiken der Exklusion. Ebenfalls unter dieser theoretischen Schwerpunktsetzung verfasst Dr. Frank Wolff derzeit sein Habilitationsprojekt zu deutsch-deutschen Beziehungen von 1945 bis 1989. Das in vielen Bezügen transnational konstituierte europäische Migrationsregime der ›Gastarbeit‹ ist einer der Forschungsschwerpunkte von Dr. Marcel Berlinghoff. Darüber hinaus arbeitet er aktuell zur humanitären Aufnahme von Flüchtlingen sowie zum Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit in Zeiten der Computerisierung.

Cover Nayvelt 1927

Ebenfalls transnational ausgerichtet sind Frank Wolffs Arbeiten zur jüdischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die sowohl den nordwestdeutschen Raum als auch Osteuropa und die Amerikas berühren.

Mobilmachung 1914

Ein methodischer Schwerpunkt der Neuesten Geschichte in Osnabrück ist die Biografie- und Lebenslaufforschung, insbesondere durch die Digitalisierung und Auswertung biografischer Massendaten. Dabei geben georeferenzierende Analysen in Geografischen Informationssystemen (GIS) Handeln und Erfahrung ihre raum-zeitliche Spezifität und auf diese Weise eine lange vernachlässigte Qualität zurück. Damit schließt die Neueste Geschichte an aktuelle Trends in den digital humanities an. Dieser Ansatz manifestiert sich unter anderem in dem von Christoph Rass vertretenen Forschungsschwerpunkt zur Gesellschaftsgeschichte von Krieg und Militär. In diesem Kontext bearbeitet Sebastian Bondzio im Forschungsprojekt ›Gefallene in der Gesellschaftsgeschichte. Das Sterben von Soldaten im Ersten Weltkrieg und seine Nachwirkungen im Westen Niedersachsens‹ ein Dissertationsprojekt zum Sterbegeschehen an der "Front" und der Verteilung von Verlusterfahrungen über die Herkunftskontexte der Soldaten. Das Projekt vertieft das Engagement der Neuesten Geschichte in der nordwestdeutschen Regional- bzw. niedersächsischen Landesgeschichte.

In allen Forschungsbereichen engagieren sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Professur für Neueste Geschichte auch für die Vermittlung ihrer Forschungsergebnisse in die breitere Öffentlichkeit. Mit Museumskooperationen, Beteiligungen an Ausstellungen, Online-Dossiers und Vorträgen agieren sie somit auf verschiedenen Feldern der public history. Ein aktuelles Beispiel ist die App »Osnabrück 1914–1918 digital«, die als Kooperationsprojekt unter der wissenschaftlichen Leitung von Christoph Rass  entwickelt wurde und einen digitalen Stadtrundgang durch das Osnabrück des Ersten Weltkrieges ermöglicht. Dem breiten Informationensbedürfnis der Öffentlichkeit zur Migrationsgeschichte kommt Jochen Oltmer neben zahlreichen Interviews und Vorträgen auch durch Konzeption und Verfassen von Schulbüchern nach. Gemeinsam mit Vera Hanewinkel und Marcel Berlinghoff publiziert er Focus Migration, migrationsbezogene Länderprofile und Kurzdossiers für die Bundeszentrale für Politische Bildung.